Mae Hong Son

     

Mae Hong Son - Fast schon China

In einem Minibus verließ ich Chiang Mai durch die wohl schönste Landschaft Thailands auf dem Weg Richtung Mae Hong Son. 7 Stunden sollte die Fahrtzeit für die 362 km lange Strecke betragen. Auch ein Auto schafft sie wohl nur in 6 Stunden. Der Weg ist so hügelig und steil, daß oft nur der 1. oder 2. Gang weiterhilft. Eine ideale Fahrradstrecke! Hier buchte ich ein Auto mit Fahrer in einem der Reisebüros, um die Umgebung zu erkunden. So ging es am nächsten Morgen los Richtung Tham Pla (Fish Cave). Hunderte von Karpfen schwammen in einem engen Revier umher, um von einheimischen und Touristen gefüttert zu werden. Dies soll Glück bringen und liegt damit voll auf der Schiene der sehr Gläubigen, aber auch sehr Abergläubischen Thais. Wir fuhren weiter Richtung Tham Lod Cave. Die Tropfsteinhöhle, die ich unbedingt besichtigen wollte, war diesen Besuch auch auf alle Fälle wert. Mitten hindurch ging ein Fluß, auf dem wir uns mit Bambusflößen vorwärts bewegten. Vor allem die Floßbetreiber, denen es nur unter größten Schwierigkeiten gelang die Flöße zurück gegen den Strom zu ziehen, konnten einem Leid tun. Ein ums andere Mal dachte ich, jetzt gehen sie unter. Auch die verschiedenen Kammern der Tropfsteinhöhle waren toll.


Der Regenwald Nahe Mae Hong Song

Pünktlich um 9.00 Uhr des nächsten Morgens traf mein Fahrer voller Hektik am Misty Tours Büro ein. Vollends in Hektik stieg er aus seinem Wagen aus, ließ die Autotür offen stehen, schloß seinen Laden auf und faselte irgend etwas von Thaiboxen. Nachdem er den Fernseher eingeschaltet hatte erfuhr ich etwas mehr: Da hatte es doch tatsächlich ein thailändischer Boxer bis in das olympische Finale geschafft und das bedeutete, daß wohl jeder Thailänder, der es irgendwie ermöglichen konnte, jetzt vor einem Fernseher saß. Und tatsächlich: Nach drei Runden hatte Thailand seine erste und einzige Goldmedaille der diesigen olympischen Spiele. Der Held der Nation bekam die thailändische Fahne umgehängt und, wie sollte es auch anders sein, er hielt stolz ein Bild seines Königs in seiner Hand. In Europa ist es kaum vorstellbar, wie populär die Königsfamilie hier ist. In jedem Gebäude, ob Kneipe, Restaurant oder Wohnung, hängt mindestens ein Bild (meistens sind es mehr) des Königs. Für die nächsten Tage war das Gesprächsthema Nr. 1 in Thailand klar, auch die Nachrichtenanstalten mußten sich um ihr Programm keine Gedanken mehr machen. Ich glaube kein Mensch, der den neu geborenen Nationalhelden irgendwie kannte, wurde nicht von den Fernsehsendern interviewt.


In einem Dorf

Nachdem also die Nation einen neuen Helden hatte, gingen wir wieder raus an den Jeep, um unsere Tour zu beginnen. Die Tür des Autos stand übrigens immer noch sperrangelweit offen. Unser erstes Ziel war Wat Phra That Doi Kong Mu, ein über der Stadt Mae Hong Son gelegener Tempel. Der Tempel an sich, stark geprägt von burmesischen und chinesischen Einflüssen, war zwar wenig spektakulär, dafür bot sich von hier aus eine herrliche Aussicht auf Mae Hong Son. Unser nächstes Ziel war der Pha Sua Wasserfall, nicht so spektakulär wie der des Doi Inthanon, aber einen Abstecher wert. Durch Bergdörfer der Karen, Shan, Meo und Hmong ging es weiter Richtung burmesischer Grenze. Zwischendurch war in einem Dorf Mittagessen angesagt. Mehr noch als die relativ scharfe Suppe genoß ich allerdings die Ruhe, fern ab von jeglichem Tourismus. Hier hätte ich Ewigkeiten sitzen bleiben können. Über teilweise abenteuerliche, kaum befahrbare Straßen ging es weiter Richtung Mae An zum Pang Tong Palast, einer Sommerresidenz der Königsfamilie. Auf dem Weg dorthin sah ich meine erste Schlange, die direkt vor unserem Jeep die Straße überquerte.

Ich entschied mich über die Südroute über Mae Sariang am nächsten Tag nach Chiang Mai zurückzufahren. Dies bedeutete zwar einen Umweg von 2 Stunden und eine 50 km längere Wegstrecke, doch aufgrund der auch hier sehr schönen Landschaft sollte sich dieser Umweg lohnen.


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