Panama City

     

Panama City - Stadt der Gegensätze

Zunächst einmal hieß es feiern. Und zwar den längsten Geburtstag meines Lebens. Der sollte diesmal nicht nur 24 Stunden dauern. Dank der Zeitverschiebung bekam ich weitere 6 Stunden "geschenkt", so dass ich mich über einen 30 stündigen Geburtstag freuen durfte. Sicher gibt es aber schöneres, als diesen Tag in einem Flugzeug zu verbringen. So ging es von Frankfurt via Madrid nach Panama City, wo wir am frühen Abend eintrafen. Unsere Unterkunft hatten wir mitten in der Altstadt Panama Citys, in Casco Viejo, gebucht.


Die Kathedrale von Casco Viejo

Panama City an sich ist eine Stadt der Gegensätze und das wird vor allem auch am Beispiel Casco Viejo besonders deutlich. Bis vor wenigen Jahren noch war Casco Viejo ein heruntergekommenes, verfallendes Slumviertel. Dann besann sich Panama seines kulturellen Erbes. Casco Viejo wurde Weltkulturerbe der UNESCO. Man begann Straßen und Häuser zu restaurieren. Diese Restaurierungsmaßnahmen dauern bis heute an und werden das auch die nächsten 10 Jahre wohl noch tun. Die renovierten Fassaden funkeln im Glanz vergangener Blütezeiten während neben an von heruntergekommenen Barracken Teils nur die Außenfassaden stehen. Casco Viejo ist auf jedenfall die größte Baustelle, die wir in unserem Leben je besichtigt haben...


Zum Teil sind die alten Häuser Casco Viejos schon schön restauriert

Doch was tun mit den Menschen die hier leben und lebten. Die Slumbewohner haben nichts. In den neu restaurierten Häusern ist kein Platz mehr für sie. Sie müssen anderweitig unterkommen. In den alten Bruchbuden will aber auch niemand anderes leben. So ist Casco Viejo ein Viertel im Umbruch. In den alten Slum hätte sich kein normaldenkender Mitteleuropäer hineingetraut. Heute sorgen schwer bewaffnete Polizisten, deren Posten sich in Abständen von etwa 50 Metern durch den Stadtteil ziehen, für die Sicherheit der Geschäftsleute und Touristen. Ein doch sehr bizarres Bild...


Casco Viejo

Doch es passt zu dieser Stadt Panama City. Die ursprüngliche Hauptstadt nannte sich Panama Viejo. Sie wurde von Piraten unter der Führung von Captain Morgan zerstört und geplündert. Die Spanier bauten wenige Kilometer entfernt die neue Stadt Casco Viejo auf. Panama City war früher eine der wichtigsten Städte des Kontinents. Die spanischen Eroberer brachten das Gold der Inka aus Peru über den Pazifik nach Panama. Von hier ging es auf dem Landweg weiter nach Portobelo an die Atlantikseite, bevor es nach Spanien verschifft werden konnte. Die Ruinen des alten Panama Viejo liegen in unmittelbarer Nachbarschaft der Hochhäuser des modernen Panama mit seiner Skyline des Wirtschaft- und Bankenzentrums...


Die Kirche des durch Captain Morgan zerstörten Panama Viejo

Das Bild von alt und neu bzw. arm und reich verfolgte uns während unserer Tage in Panama City ständig. Hier Ruine, da Skyline. Hier heruntergekommene Barracke, dort restaurierte Prunkbauten. So wirkt die beeindruckende Skyline mit ihren vielen Wolkenkratzern, die Frankfurt im Vergleich wie eine Kinderspielwiese wirken läßt, geradzu grotesk. Keine Frage: Panama City ist eine Stadt der Gegensätze. Und diese Gegensätze werden, wo immer es nötig scheint, auch zur Schau gestellt.


Die atemberaubende Skyline des modernen Panama

Doch ein Besuch Panamas ist nicht komplett, ohne den berühmten Panamakanal gesehen zu haben. Die Miraflores Locks liegen nördlich des Stadtzentrums. Die Schiffe, die hier abgefertigt werden sind schon beeindruckend. Für den Kanal an sich braucht man aber wohl einen gewissen faibel. Für uns war er auch nicht mehr oder weniger spektakulär als beispielsweise der Nord-Ostsee Kanal...


Der berühmte Panama Kanal bei Miraflores


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