Archipiélago San Blas

     

Archipiélago San Blas - Die Indianer sind im Paradies

Und wieder einmal sollte eine Entscheidung kurzfristig und aus dem Bauch heraus getroffen werden. Klar, die San Blas Inseln standen schon vor der Urlaub ganz oben auf unserer Liste. Die Wettererfahrungen aus Bocas del Toro und die Tatsache, dass das Wetter im April auf der Karibikseite doch instabiler als auf der Pazifikseite zu sein scheint, ließ uns lange zögern und überlegen. San Blas ist richtig teuer und das Preisverhältnis ist richtig miserabel. Somit steht und fällt der Aufenthalt mit dem Wetter. Wir gaben schließlich unserem Bauchgefühl nach und sollten belohnt werden. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite...


Blick von Isla Diablo zur Isla Perra

Zur Geschichte: Mit Ausbreitung der spanischen Machthaber wurden die indianischen Ureinwohner immer weiter in die Randgebiete Panamas gedrängt. Viele siedelten sich auf den unwirtschaftlichen San Blas Inseln an. Die Inselgruppe umfasst 365 meist kleine Eilande in der Karibik. Die Einwohner leben und lebten meist von Fischfang und Kokusnusspalmen. Im Laufe der Zeit erlangten die Indianer zunehemnd Autonomie von der Regierung in Panama. Der autonome Staat Guna Yala erstreckt sich heute im Norden Panamas entlang der karibischen Küste. Um einheimische Traditionen zu bewahren verzichten die Indianer bewusst auf Massentourismus und  Luxushotels. Die Unterkünfte auf den San Blas Inseln sind meist sehr spatanisch und teuer. So sollen die Touristenströme sich selbständig regulieren. Und das klappt auch ganz gut.


Die traumhaften Strände der Isla Diablo...

Wir buchten eine Unterkunft auf Isla Diablo. Die Insel erwies sich als absolut traumhaft. Das umliegende Meer schimmerte in allen Farben. Direkt am Strand befand sich ein Korallenriff, dass sich mit Schnorcheln erkunden lies. Hier konnten wir die schönsten Fische in diversen Farben bewundern. Leider ging beim Schnorcheln die Unterwasserkamera kaputt. Doch die Trauer über die verpassten Fotos war von kurzer Dauer. Direkt gegenüber der Isla Diablo liegt die Isla Perra, vor dessen Strand das Wrack eines alten Schiffes liegt. Knappe 200 Meter hatten wir von unserer Insel zu dem Wrack zu schwimmen. Hier tummelten sich wieder viele bunte Fische in allen erdenklichen Farben. Das Schiffswrack an sich gab dem Ganzen nochmal eine besondere Atmosphäre.


...und die für die Einwohner wichtigen Kokusnusspalmen

All diese Schönheit half uns über die primitive Unterkunft hinweg. Kein Strom, kein fließendes Wasser. Eine Cabana direkt am Strand mit nichts anderem bestückt als einer alten Matratze, die diesen Namen nicht wert war. Dazu gab es dreimal täglich Essen. Meist Fisch ohne jegliche Gewürze. Das Ganze für stolze $90,00 die Nacht. Nimmt man hinzu das auch die Anreise auf die San Blas Inseln relativ teuer ist wird schnell klar, warum wir so besorgt um gutes Wetter waren. Unser Aufenthalt war herrlich. Er wäre aber wohl eine mittlere Katastrophe geworden, hätte das Wetter nicht mitgespielt.


Auf der Isla Diablo, Archipiélago San Blas

Nach ein Paar Tagen hieß es dann auch aus dem Paradies der Indianer Abschied nehmen. Die Rückreise gestaltete sich etwas turbulent. Wieder einmal zeigte sich, dass die Panamnesen zwar gerne kassieren aber nicht bereit sind dafür auch nur die geringste Gegenleistung zu bringen. Unsere bezahlte Bootsfahrt zum Festland war für 8:00 Uhr angesetzt. Das Boot kam nicht. Heute wissen wir unser Bootsführer und Inseleigentümer wollte die Einnahmen der Tagestouristen nicht verlieren. Hätten wir es gewusst und er uns gesagt, er will uns erst am späteren Nachmittag zurückbringen und wir bräuchten uns keine Sorge um die Weiterreise zu machen, hätten wir mit Sicherheit einen schönen und entspannten Tag auf der Isla Diablo verbringen können. So war er weg. Keiner wußte, wo er ist und telefonisch lies er verlautbaren, wir hätten nicht bezahlt und er wüsste gar nicht, dass wir auf seiner Insel seien. Das Ganze kostete uns dadurch entsprechend Nerven und ein paar recht teure Telefongespräche. Am Nachmttag tauchte er dann auf und es ging zurück nach Carti (Festland) und dann weiter nach Panama City. Aber es sind genau diese Erlebnisse, die uns den Urlaub nie richtig entspannt genießen ließen...


Die San Blas Inseln gehören zum autonomen Indianergebiet Guna Yala

 


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