Im Land der Dogon

     

Im Land der Dogon - Reise ins Mittelalter


Im Land der Dogon



Am 7. Tag meiner Reise ging es von Mopti Richtung Falaise de Bandiagara, in das Land der Dogon. Mit meinem Guide Youssauf hatte ich einen 7 tägigen Treck durch diese einmalige Gegend geplant, auf dessen Weg uns für die ersten 5 Tage 3 Deutsche aus Dresden begleiteten. Bald hatten wir Djiguibombo, den Ausgangspunkt unserer Tour erreicht. Von den Kindern des Dorfes freundlich mit einem "Ca va le bonbon" begrüßt. Nach dem Essen ging es weiter Richtung Kani Kombolé. Es war bombastisch, wie mitten in dieser Landschaft die Falaise de Bandiagara plötzlich abbricht. Durch diese geniale Landschaft fanden wir schließlich einen zugegebener Maßen nicht ganz einfachen Abstieg zum nächsten Dorf. In Kani Kombolé angekommen. Wie hier üblich fanden wir unser Schlafgemach auf dem Dach eines Hauses. Da Neumond herrschte, gab es eine glasklare Sternsicht zu bewundern. Noch nie zuvor hatte ich, dank den fehlenden irdischen und störenden Lichtquellen, die Milchstraße und den Sternenhimmel so klar zu Gesicht bekommen. Dutzende von Sternschnuppen rundeten ein phantastisches astronomisches Ereignis ab.

}
Blick über die Falaise auf eine einzigartige Landschaft


Wir zogen weiter über Teli nach Endé, dem Heimatdorfes unseres Guides. Da der Nationalfeiertags Malis auf dem Programm stand, ließen wir uns überreden einen Ruhetag hier einzulegen, um am Abend den Festlichkeiten beiwohnen zu können. Wir durften zwar nur einen Teil der Zeremonien beiwohnen, was aber eine willkommene Abwechslung bot. Am nächsten Morgen wurde uns erzählt, daß in der Nacht zuvor ein Mädchen gestorben sei. Da wir während des Teils der Zeremonie, dem wir nicht beiwohnen durften, Schreie von Kindern hörten, wurden wir den Verdacht nicht los, daß es sich um ein Opfer der in Mali immer noch üblichen Beschneidungszeremonien handelte, bei denen auch noch Mädchen beschnitten werden.

}
Frauen bei der täglichen Zubereitung des Hirsebreis


Am nächsten Tag wollte uns Youssauf überzeugen, noch einen Tag in Endé zu bleiben, was wir aber alle ablehnten. So brachen wir auf Richtung Yaba Talu, anschließend weiter nach Begnimato.

}
Nachwuchs gibt es viel, die Kindersterblichkeit ist hoch


Nachdem wir am nächsten Tag Dourou erreicht hatten, verabschiedete ich mich von den 3 Dresdenern. Die letzten Tage sollte es mit meinem Guide alleine weiter gehen. Und ich sollte es nicht bereuen. Die Landschaft zwischen Dourou und Nombori, dem nächsten Ort, war wohl die beeindruckendste der ganzen Tour. Gegen Abend hatten wir unseren Ettappenzielort Tireli erreicht. Youssauf war schlag kaputt. Schließlich hatte ich ihm heute auch eine Strecke von 25 km zugemutet, da ich die in Endé verlorene Zeit aufholen wollte, um noch bis Banani kommen wollte und die Tour nicht irgendwo abbrechen wollte. Youssauf selbst hatte uns nie mehr als 7 km am Tag zugemutet. Tja, hier machten sich meine Trainingseinheiten auf dem Fahrrad wieder einmal bezahlt.

}
Jedes Dorf im Dogon hat ein Diskussionszentrum wie dieses, welches nur den Männern vorbehalten ist


Der nächste und letzte Tag unserer Wanderung führte uns über Tireli, Amani und Ireli nach Banani. Er stellte einen willkommenen Ausklang des Ausfluges da. Am Tag darauf ging es über Sangha und Bandiagara zurück nach Mopti. Eine beeindruckende Tour ging zu Ende. Erschöpft und glücklich war ich wieder in Mopti angekommen, wo ich mich entschied noch einen Tag zu relaxen bevor es weiter Richtung Timbuktu gehen sollte.

}
Eine typische Hauseingangstür im Dogon



kostenlose counter