Auf dem Niger

     

Auf dem Niger - 3 Tage auf einem Reissack

Die nächsten 2 Tage und Nächte sollte ich auf einer Pinasse zubringen, einem mit Reissäcken vollbepackten Boot, worauf die Passagiere Platz nehmen konnten. Entsprechend unbequem war dann auch die Fahrt und vor allem auch die Nächte, in denen ich zusätzlich gegen die Moskitos zu kämpfen hatte. Doch eigentlich war das ganze eine recht interessante Sache. Je weiter ich Richtung Norden kam, desto trockener wurde die Landschaft. Bei den Zwischenstopps entlang der Dörfer brachten junge Mädels, uns durch das Wasser wartend oder auf kleinen Booten entgegenkommend, Abwechslung, in dem sie versuchten Lebensmittel, vor allem Fisch und Milch, zu verkaufen. Die Gespräche auf dem Boot erstickten leider aufgrund meines schlechten französisch meist im Keime.


Tuaregmädchen in der Nähe von Timbuktu


Irgendwann war Koaromé erreicht. Von hier aus ging es mit dem Baché, ein als Sammeltaxis genutzter Geländewagen, in dem immerhin 16 Passagiere Platz finden weiter. Ich erwischte vorne den Beifahrerplatz und erst jetzt wurde mir allmählich klar wie leicht man doch hier bei Fahrten mit öffentlichen Transportmitteln sein Leben aufs Spiel setzt. Oh hätte ich mich doch wieder hinten hinein gesetzt! Das "Auto" spottete jeder Comicversion einer Rostlaube. Das Zündschloß fehlte, der Wagen mußte kurz geschlossen werden und der Motor wie vor 100 Jahren mit einem Schraubenschlüssel in Bewegung gesetzt werden. Die Motorhaube klapperte wie in Disneys Donald Duck und auch die Hupe funktionierte nur per Kurzschluß zweier Drähte. Auch das Getriebe krächzte mehr schlecht als recht doch mit viel Wohlwollen gelang es dem Fahrer immer irgendwann den entsprechenden Gang einzulegen. Ganz zu Schweigen von der Beifahrertür, die sich nur mit viel gutem Willen und selbstverständlich nur vom Fahrer öffnen ließ. Das beste waren jedoch die Bremsen. Von Bremsflüssigkeit hat hier scheinbar noch nie jemand etwas gehört, zumindest dieser Fahrer nicht. Aber irgendwann kam der Karren, vom Fahrer immerhin auf Tempo 50 beschleunigt, nach mehreren hundert Metern und kräftigem Pumpen des Bremspedals doch zum Stehen.


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